19.11.2009  13:12 Uhr

Frauen in IT-Berufen
Vernetztes Denken und feines Gespür

München. Frauen sind in der IT-Branche nach wie vor unterrepräsentiert. Dabei tragen sie häufig zum Erfolg von IT-Projekten bei. Diese Erfahrung macht auch Christiane Räbiger, die in München bei der Prozess- und IT-Beratung Mieschke Hofmann und Partner (MHP) arbeitet.

Schon während ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau war Christiane Räbiger klar geworden, wie wichtig ERP-Software für Unternehmen ist. Während des darauf folgenden Studiums der Betriebswirtschaftlehre mit dem Schwerpunkt Finanz- und Rechnungswesen spielte die Informationstechnologie allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Das änderte sich erst, als die angehende Diplom-Betriebswirtin 2000 mit ihrer Abschlussarbeit begann. „Diese habe ich für ein IT-Unternehmen geschrieben, bei dem ich bereits ein Praktikum absolviert hatte“, so Christiane Räbiger. „Im Rahmen der Diplomarbeit konnte ich die Bedeutung der SAP-Software als wichtiges Instrument zur Unterstützung des internen Kontrollsystems (IKS) herausstellen“.

Da die Arbeit der jungen, angehenden Beraterin die Unternehmensführung überzeugt hatte, wurde sie nach erfolgreich beendetem Studium in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Nach weiteren Jahren bei dem IT-Unternehmen wechselte Christiane Räbiger 2006 an den Münchener Standort der Prozess- und IT-Beratung Mieschke Hofmann und Partner (MHP). Von dort aus sorgt die heute 34-Jährige dafür, dass die Prozesse ihrer Kunden in den Bereichen Rechnungswesen, Finanzen und Controlling dank der richtigen Software nicht nur reibungslos funktionieren sondern auch ständig den aktuellsten Anforderungen erfüllen.

IT-Welt als männliche Spielwiese

Dabei sitzt Christiane Räbiger in den meisten Fällen gemeinsam mit Männern am Tisch, die die IT-Branche nach wie vor sozusagen fest im Griff haben. Lediglich 18,7 Prozent aller Beschäftigten in diesem Berufszweig waren im vergangenen Jahr Frauen, wie Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen. Die Tendenz ist fallend. „Manche Männer betrachten die IT-Welt als ihre Spielwiese und leben das auch aus. Frauen werden anfangs kritisch beäugt und oft unterschätzt. Es steht häufig die Frage im Raum: Wie macht die sich?“, sagt Christiane Räbiger. Nach den Erfahrungen der IT-Beraterin fällt es Männern zudem leichter, ihre Leistungen und ihr Know-how nach Außen zu tragen. „Frauen dagegen stellen ihr Licht meistens unter den Scheffel.“

Mit weiblichem Charme zum Projekterfolg

Für solche Bescheidenheit besteht laut Christiane Räbiger allerdings kein Grund. Weil Frauen sich stets mehr beweisen müssen als ihre männlichen Kollegen, stünden sie diesen in fachlicher Hinsicht in nichts nach. Christiane Räbiger: „Hinzu kommt, dass Beraterinnen häufig über Fähigkeiten verfügen, die oftmals bei Männern nicht so ausgeprägt sind. Sie denken in vielen Fällen vernetzter und können auch schon einmal fünf Dinge gleichzeitig erledigen. Außerdem sind sie für Stimmungen in Projektteams sensibler und nehmen schneller wahr, wenn irgendwo eine brenzlige Situation entsteht. Das ist gerade für den Umgang mit dem Kunden sehr hilfreich. Manchmal ist es eben weibliche Diplomatie, die das Projektschiff in ruhigem Wasser fahren lässt.“


 

(Redaktion)

  • Tags:
  • Christiane Räbiger
  • Frauen
  • ERP-Software
  • Männer
  • IT-Unternehmen

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © MHP



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