De-Mail
Rechtsverbindliche De-Mail rückt näher
München. Auf der CeBIT 2010 in Hannover haben Wirtschaftsunternehmen und Provider ein positives Fazit aus dem De-Mail Pilotprojekt gezogen und sich klar für eine Verlängerung ausgesprochen.
Die beteiligten Unternehmen möchten in den kommenden Monaten nicht mehr auf die De-Mail verzichten, sondern die bereits begonnenen Prozessverbesserungen weiterführen und sich auf den künftigen Wirkbetrieb vorbereiten. Am Bodensee testen seit Oktober 2009 mittlerweile mehr als 30 Unternehmen, mehrere Verwaltungen und über 700 Bürgerinnen und Bürger die neue Internet-Kommunikation, die so einfach ist wie E-Mail und so sicher wie Papierpost.
Martin Frick, Projektleiter De-Mail bei der ZF Friedrichshafen AG, sagte: „Im Rahmen der Pilotierung haben wir von November 2009 bis Februar 2010 die Entgeltmitteilungen an Mitarbeiter versandt. Ende Februar haben wir unsere Testpersonen befragt: 90 Prozent würden De-Mail ihren Kollegen empfehlen. Das ist ein wirklich gutes Ergebnis. Außerdem kam bereits Interesse aus dem Haus, De-Mail etwa für den Rechnungsversand und die Kommunikation mit den Behörden zu nutzen. De-Mail hat die Kollegen überzeugt. Wir wünschen uns, dass weitere Unternehmen bei De-Mail mitmachen.“ Detlef Frank, Mitglied des Vorstands der HUK 24, unterstrich, dass die Aufwendungen für die Integration von De-Mail in die bestehende System- und Anwendungslandschaft eher gering waren und befürwortet eine Fortführung des Testbetriebs über den 31. März 2010 hinaus. „Die HUK24 möchte weitere interne Geschäftsprozesse auf den Wirkbetrieb von De-Mail vorbereiten, dazu benötigen wir die Test-Plattform. Die Vorteile für die Versicherungswirtschaft durch De-Mail lassen sich weiter ausbauen, wenn wir konsequent die Papierpost durch rechtssichere De-Mails ersetzen.“
Bei der Deutschen Telekom, die als De-Mail-Anbieter an der Pilotierung teilnimmt, laufen die Pilotpartner offene Türen ein. „Wir haben bereits Vorbereitungen getroffen, um das Pilotprojekt regional auszuweiten und bundesweit branchenspezifische Piloten mit definierten Nutzerkreisen durchzuführen“, sagte Gert Metternich, Projektleiter De-Mail bei T-Systems. „Die technische Umsetzung und die organisatorischen Prozesse laufen sehr gut, deshalb sind wir mit dem Verlauf des Piloten ausgesprochen zufrieden.“
Damit die elektronische Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und Staat künftig einfach und sicher möglich ist, bereitet das Bundesinnenministerium (BMI) in Zusammenarbeit mit der Industrie eine Art elektronischen Briefkasten – die De-Mail – vor. De-Mail ermöglicht unter anderem den rechtsverbindlichen Dokumentenaustausch mit Banken, Versicherungen, Internet-Shops oder auch mit Behörden. Die Telekom begleitet das Projekt von Beginn an und entwickelt zusammen mit dem BMI und weiteren Projektpartnern das Konzept für die De-Mail.
Pilotprojekt in Friedrichshafen
Im Oktober 2009 startete das De-Mail-Pilotprojekt in Friedrichshafen. Ziel ist es, die grundsätzliche (technische und organisatorische) Machbarkeit und Akzeptanz von De-Mail aufzuzeigen. Auftretende Akzeptanzprobleme und Schwierigkeiten in der Bedienerführung sollen früh erkannt und behoben werden, sodass mit Beginn des Wirkbetriebes allen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Behörden eine ausgereifte und anerkannte Plattform zur Verfügung gestellt werden kann. Neben der Stadt Friedrichshafen, der Handwerkskammer Ulm und der IHK Bodesee/Oberschwaben sind dies bereits über 30 Unternehmen, unter ihnen die Firmen AWD, TARGOBANK, CosmosDirekt, EADS, Gothaer, HUK24, LVM, Sparkasse Bodensee, Volksbank Friedrichshafen sowie ZF. Die meisten Unternehmen und Verwaltungen testen dabei auch die Integration von De-Mail in ihre eigenen Abläufe und Systeme.
(T-Systems)
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