30.03.2010  10:17 Uhr

Bruttoinlandsprodukt
Bayern 2009 in der Rezession

München. Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung erlebte Bayern im Jahr 2009 die schwerste Rezession seit der Währungsreform von 1948. Preisbereinigt sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,0 Prozent.

Der bislang stärkste Einbruch stammt mit einem Minus von 1,8 Prozent aus dem Jahr 1993. Der Rückgang fiel 2009 genauso hoch aus wie der Rückgang in Deutschland insgesamt. In einer Rangliste der BIP-Entwicklung 2009 in den 16 Bundesländern nahm Bayern im Jahr 2009 dennoch lediglich Rang 12 ein.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung aufgrund der Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ mitteilt, befand sich Bayern im Jahr 2009 in der tiefsten Rezession seit der Währungsreform von 1948. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank preisbereinigt um 5,0 Prozent. Dies war nach 1967 und 1993 erst der dritte Rückgang des BIP in Bayern seit 1948. Die bislang schärfste Rezession hatte Bayern bis dato im Jahr 1993 mit einem Rückgang von 1,8 Prozent erlebt. Im Jahr 2008 hatte das bayerische BIP noch um 1,2 Prozent zugenommen.

Das BIP in Bayern nahm 2009 im gleichen Umfang wie das BIP in Deutschland ab, verglichen mit den alten Bundesländern (ohne Berlin) blieb Bayern jedoch leicht über dem Durchschnitt. In einer Rangliste der 16 Bundesländer steht Bayern dennoch lediglich auf Platz 12, da die Rückgänge vor allem in großen Ländern wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen noch stärker waren, während die Stadtstaaten und kleinere Länder, die den deutschen Wert weniger stark beeinflussen, eher besser abschnitten. Für die Reihenfolge der Länder spielt die jeweilige Wirtschaftsstruktur eine wichtige Rolle. Da die Rezession 2009 vor allem das Verarbeitende Gewerbe betraf, sank das BIP in Ländern mit einem hohen Anteil des Verarbeitenden Gewerbes tendenziell am stärksten ab und umgekehrt.

In mittelfristiger Betrachtung schneidet Bayern im Verhältnis zu den übrigen Bundesländern auch nach dem tiefen Einbruch des vergangenen Jahres gut ab. Seit dem Jahr 2000 ist das bayerische BIP preisbereinigt um insgesamt 10,1 Prozent gewachsen und liegt knapp hinter Sachsen auf Platz 2 aller Länder. Deutschlandweit war das BIP im Jahr 2009 lediglich um 4,8 Prozent höher als im Jahr 2000. Bezogen auf die Zahl der Erwerbstätigen lag das BIP in Bayern mit 64 650 Euro über dem Bundesdurchschnitt von 59 784 Euro und auch dem Durchschnitt der alten Länder (ohne Berlin) in Höhe von 61 947 Euro. Je Einwohner übertraf das bayerische BIP das deutsche BIP um 17,0 Prozent, das der alten Länder (ohne Berlin) um 10,7 Prozent.

Bei den hier für das Jahr 2009 vorgelegten Länderergebnissen, handelt es sich um Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ (AK VGRdL), dem alle Statistischen Landesämter, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag angehören.


 

(Bay. Landesamt Statistik & Datenverarbeitung)

  • Tags:
  • Bruttoinlandsprodukt
  • Bayern
  • Rezession
  • Währungsreform

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © pixelio.de/Dr. Klaus-Uwe Gerhardt



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